Yoga und Meditation (Stress-Management)

Wir führen mit dem Patienten einfache Yogaübungen
(nach Sivananda) aus und legen zugleich großen Wert auf Beachtung des spirituellen Aspekts von Yoga.

Zur Vermeidung von Missverständen sei die herkömmliche Begriffserläuterung für Yoga als „Vereinigung“ etwas näher erläutert.
Der Versuch, eine Antwort auf die Frage zu finden:
Wer vereinigt sich mit wem oder was und wie vereinigt man sich?, führt zu einem tieferen Verständnis von Yoga, das bei weitem mehr beinhaltet als Asanas (Körperstellungen), Pranajama (Atemübungen) und TM (Transzendentale Meditation), was allgemein im westlichen Kulturkreis unter Yoga verstanden wird. Das westliche Verständnis ist mehr auf den pragmatischen Nutzen für die Gesundheit und Stärkung der Leistungsfähigkeit gerichtet, der auch von Krankenkassen in Deutschland anerkannt ist.

So können zum Beispiel Kosten für Yogakurse im Rahmen des Präventivprinzips zur Vermeidung
stressbedingter Krankheiten erstattet werden.

Die Yogaweisheit des Patanjali, die klassische Grundlage aller Yogasysteme,
lehrt eine spirituelle Vervollkommnung des Menschen in acht Stufen,
wobei die ersten fünf dieser Schritte eine psychosomatische
Herangehensweise bedeuten.

Auf dieser Ebene lehrt Yoga entsprechendes ethisches Verhalten in persönlicher und
gesellschaftlicher Hinsicht, Disziplin des physischen Körpers, Kontrolle über die Energie
durch Atmung und Abstraktion der Sinne. Diese Vorgehensweise ist als externes Yoga
bekannt und wird auch Hatha-Yoga genannt.

Die anschließenden Übungen, Konzentration, Meditation und Bewusstseinserweiterung (Transzendenz)
des internen Yoga (Raja-Yoga), gilt es erst zu erarbeiten, wenn die vorangehenden Stufen gemeistert
oder zumindest verstanden sind.

Daher wäre die Empfehlung für einen gesunden Menschen, zum Beispiel TM
(Transzendentale Meditation) zu erlernen, ohne ihn vorher mit den Yoga Vorstufen
vertraut gemacht zu haben, kontraproduktiv.
Umso mehr wäre es verfehlt, einem depressiven Menschen Meditation zu empfehlen,
da dies einem Fluchtversuch gleichkäme und er eher schläfrig reagieren und von frustrierenden
Gedankengängen eingefangen wird.